In Bulgarien spitzt sich der Konflikt zwischen der Regierung und der Justiz weiter zu. Grund dafür ist die Freilassung mutmaßlicher Auftragsmörder aus der Untersuchungshaft. Die Polizei hatte noch vor 10 Tagen 20 Mitglieder einer kriminellen Bande festgenommen, die im Juni einen Anschlag auf einen heimischen Fußball-Boss verübt haben sollen. Weiter in Untersuchungshaft blieben lediglich fünf, von denen jetzt vier freigelassen wurden. Es gebe keine Beweise dafür, dass die Freigelassenen tatsächlich an dem Anschlag beteiligt waren, begründeten die Richter ihren umstrittenen Entscheid. Innenminister Zvetan Zvetanov kritisierte am Mittwoch im Privatsender bTV das Gericht in Sofia und erklärte, dass die Mafia ihren eigenen Staat hat. Am Vorabend erklärte Premierminister Bojko Borissov, dass der Entscheid der Justiz eine Provokation gegen Staat und Regierung sei. Er forderte eine Umbesetzung des Obersten Gerichtsrates und ordnete die Übersetzung der Untersuchungsakten ins Englische an. Diese sollen dann an das FBI und Interpol weitergeleitet werden. (veröffentlicht 05.08.2010) | |
| Quelle: | Trud. Seite 2 |
| Zuordnung Land: | Bulgarien |
| Thema: | G'schichtn aus der Stadt |












