Bürger Bosnien-Herzegowinas müssen selbst einen Kompromiss finden
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Im Interview für die „Berliner Zeitung“ äußerte der Koordinator des Stabilitätspaktes für Südosteuropa, Erhard Busek, seine Einschätzung der Lage in Bosnien-Herzegowina. Er ist der Meinung, dass die Bewohner Bosnien-Herzegowinas selbst Kompromisse für ein gemeinsames Leben finden sollen. „Dort sind die Leute vielleicht zu sehr daran gewöhnt, dass die internationale Gemeinschaft sowieso die Lösungen aller Probleme bezahlen wird. Den Leuten muss gezeigt werden, dass dies kein dauerhafter Zustand ist. Für Lösungen braucht man Zeit“, so Busek im Interview. Aus seiner Sicht gebe das unter dem Druck der internationalen Gemeinschaft abgeschlossene Dayton-Friedensabkommen noch immer Auftrieb für die nationalistischen Parteien. „Laut diesem Abkommen werden die Funktionen vom ethnischen Standpunkt aus zugeteilt. Die politischen Kräfte werden nach den ethnischen Kriterien organisiert. Die Wahlen waren ein Warnzeichen“, erklärte Busek. Seiner Meinung nach muss man in Bosnien-Herzegowina auf den wirtschaftlichen Fortschritt mehr Acht geben. Was Investitionen und Produktion betreffe, gebe es in Bosnien-Herzegowina keine positive Entwicklung. Seiner Meinung nach hat die Europäische Union noch keine klare Vision über die Zukunft der Region bekommen, „was den Nationalisten Auftrieb gibt“,
fügte Busek hinzu.
Dnevni avaz, Seite 2
16.10.2002
(veröffentlicht 16.10.2002) | |
| Zuordnung Land: | Bosnien-Herzegowina |
| Thema: | EU- Erweiterung |












